Was lest ihr gerade?

  • Beim Lesen des Topics "Was hört ihr gerade?" dachte ich mir, man könnte das Ganze doch auch mal auf Bücher übertragen.
    Eventuell sagt dabei ein Titel nicht so viel, insofern könnte ich mir vorstellen, dass man das auch noch ganz gut in Richtung des Topics "Movie Zuletzt gesehen" ausformen könnte.
    Dementsprechend will ich auch gleich mal den Anfang machen:


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    Zuletzt gelesen:

    Lincoln Child - Wächter der Tiefe


    Einzuordnen ist das Buch in eine Mischung aus Scifi / Thriller / Mystery.
    Es handelt vom Mediziener Dr. Crane, der auf eine Bohrinsel gerufen wird, um dort Mysteriöse Krankheitsfälle zu untersuchen. Bald stellt er aber fest - wie der Leser schon im Prolog erahnen (oder auf dem Klappentext lesen) kann - dass es weniger um die Bohrinsel als um das darunter angeblich entdeckte Atlantis und die dort am Meeresgrund eingerichtete Forschungsstation geht.
    Wen allein schon die Erwähnung Atlantis abschreckt, den kann ich beruhigen. Das Buch ist - wenigstens über weite Teile - nicht so fantastisch wie man glauben möchte. Meistens hat man es mit gerade sorealistischen Szenarien zu tun, über deren unzulänglichkeiten denke ich auch der wissenschaftlich interessierte Leser hinweg sehen kann.
    Wenn man sich darauf einlässt, findet man einen durchaus spannenden Thriller, mit Elementen aus dem Science-Fiction Genre und ein paar kleineren Akte-X ähnlichen Mystery Anleihen.


    Autor ist Lincoln Child, über den es denke ich nicht so wahnsinnig viel zu sagen gibt. Er ist (einer von sehr vielen ;) ) modernen Thriller Autoren. Wurde bekannt durch Buch-Kooperationen, die er gemeinsam mit Douglas Preston geschrieben hat. Letzterer ist wahrscheinlich etwas populärer. Von ihm stammen "Credo" und "Attic" (sagt mir zumindest Amazon, ich muss zugeben keines davon gelesen zu haben ;) ).


    Ich kann das Buch weitestgehend für Leute empfehlen, die einfach nur auf - seichte - aber spannende Unterhaltung aus sind. Legt man aber Wert auf realistische Szenarien, wird man hier wochl nicht glücklich werden.
    Auch ist mir etwas negativ aufgestoßen, dass den geistesgegenwärtigen Leser doch immer wieder "überraschende Wendungen" nicht so wirklich überraschen, da sie doch irgendwie ein wenig vorhersehbar sind.


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    Meine derzeitige Lektüre schlägt nun wieder einen gänzlich anderen Weg ein.
    Richard David Precht - Die Kunst, kein Egoist zu sein


    Hierbei handelt es sich um eine (populärwissenschaftliche) philosophisch-biologische Analyse des Menschen und der Evolution rund um die Frage ob der Mensch von Haus aus moralisch "gut" ist, oder ob das ein ihm von sich selbst und der Gesellschaft auferlegter Deckmantel des "schein-Guten" ist, der eigentlich nur die wahre Egoistische menschliche Natur verschleiert.
    Mehr kann ich noch nicht wirklich dazu sagen, da ich erst auf Seite 124 / 485 bin.


    Autor ist Richard-David Precht, Dr. der Philosophie und relativ bekannter Journalist sowie populärwissenschaftlicher Publizist.



    EDIT: sehr passend - heute (15.03) saß Richard David Precht bei Menschen bei Maischberger in der Sendung.

  • Eben. Auch wenn man gemeinhin unter Multimedia elektronische Medien meint, so ist doch ein Buch eindeutig auch ein Medium und trifft damit in die definition von Multimedia absolut rein. Abgesehen davon schien mir kein anderes Forum passender.

  • Ken Follet - Die Tore der Welt



    Kurzfassung:
    Wir schreiben das Jahr 1327. Vier junge Menschen versuchen in England ihr Glück zu machen: Der rebellische Merthin, ein Nachfahre des großen Baumeisters Jack. Sein Bruder Ralph, der in den Ritterstand aufstrebt. Das Mädchen Caris, das sich nach Freiheit sehnt. Und Gwenda, die Tochter eines Tagelöhners, die nur der Liebe folgen will. Und da ist noch Godwyn, ein aufstrebender Mönch, der nur ein Ziel vor Augen hat: Er will Prior der Abtei von Kingsbridge werden. Um jeden Preis


    Fortsetzung des Titels "Die Säulen der Erde". Lesens- und Empfehlenswert.

    "Sutor, ne ultra crepidam!"


    11.07.2005 Brandir: "Mal einer dem ichs gönne ,) Alleine die 2 Minuten gestern im TS vor dem Turnier waren krank genug um zu sagen "das find ich gut das der hier bleibt ;) "


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  • Letztes Buch:



    Kurzbeschreibung
    Einst herrschten die mächtigen Elder über die Erde, doch ein schrecklicher Krieg beendete ihre Herrschaft und ließ sie in einen jahrtausendelangen Schlaf sinken. Nun sind sie erwacht und wollen sich die Erde erneut untertan machen. Verzweifelt versuchen der junge Ben und die Autistin Sasha sie aufzuhalten denn in einer Welt der Elder hat die Menschheit keinen Platz mehr


    Typisches Hohlbein Buch. Wer diesen Autor mag, wird auch dieses Buch lieben.


    Momentan:



    Kurzbeschreibung
    Sechs der besten Geschichten vom Altmeister des Horrors in völlig neuer Übersetzung. Zusätzlich enthalten sind Lovecrafts Notizen zu "Der Schatten über Innsmouth" und eine verworfene Fassung dieser unheimlichen Novelle, sowie ein ausführliches Nachwort zur deren Entstehungsgeschichte, geschrieben von den amerikanischen Fantastikexperten S. T. Joshi und David E. Schulz.


    Nunja diesen Autor dürften einige kennen. Ich Lerne seine Geschichten leider jetzt erst lieben.

  • Ole :
    Hast du den vorgänger auch schon gelesen? Ich hab mich da mal mit einem Freund unterhalten, der jetzt 3 Follet Bücher gelesen hat. Er findet die zwar echt super, meinte aber, dass man nicht all zuviele lesen kann, weil die sich doch irgendwie - vor allem in den ersten 100-200 Seiten - sehr ähneln würden und dann dadurch recht schnell langweilig werden. Siehst du das auch so, oder kannst du das garnicht bestätigen?


    Yamii :
    Ist das von Lovecraft der Kthulu Mythos? Den hab ich glaube ich mal als Hörbuch gehört. Aber vermutlich muss man das lesen damit es seine volle Wirkung entfacht. Fast immer ist ja ein Buch einfach viel besser als ein Hörbuch. Fands aber auch als Hörbuch schon relativ.. verstörend ;).

  • Um an Melian anzuknüpfen, lese gerade das neueste Buch von Douglas Preston und Lincoln Child:


    Alle Romane von beiden Autoren zusammen haben mich absolut gefesselt. Die mysteriösen Thriller um FBI-Agent Pendergast sind einfach Klasse. Die Mischung aus Mysterieteilen und wahren toll beschriebenen Schauplätzen, Begebenheiten oder Phänomenen machen diese Bücher aus. Dazu noch die teilweise mit absicht überzeichnete Figur des Agent.


    Zum Buch selber kann man nicht viel sagen ohne wichtige Sachen vornweg zunehmen. Die Frau von Pendergast ist Jahre zuvor gestorben aber jetzt erst stellt sich heraus, dass es kein Unfall war. Also beginnt Pendergast mit seinem Freund von NewYorker Polizei Lt. D'Agosta zu ermitteln.


    Ich empfehle dieses Buch aber nicht als erstes aus der Reihe zu lesene. Es steht zwar wie alle anderen BÜcher mit Agent Pendergast für sich alleine, aber es ist einfach schöner alles in der Reihenfolge zu lesen wie es geschrieben wurde, man lernt dadurch die Charaktere viel besser kennen.

  • Frühstück mit Kangaroos ( orig: Down Under)


    Bill Bryson's persönlicher Eindruck von seiner Australienreise...kann ich, da ich jetzt selber da bin nur empfehlen, perfekt, witzig und sehr gut lesbar ohne, dass es langweilig wird, geschrieben!

    And Shepherds we shall be, for Thee my lord for Thee. Power hath descended forth from Thy hand, that our feet may swiftly carry out Thy command. So we shall flow a river forth to Thee, and teeming with souls shall it ever be. In Nomine Patris et Filii et Spiritu Sancti

  • Ich zähle mal Hörbücher mit rein.


    Höre grade "Der Name des Windes"

    von Patrick Rothfuss. Erster Teil der "Kingkiller" Reihe.


    Etwas ungewöhnlich für Fantasy finde ich, weil ich wirklich selten erlebt habe, dass sich jemand so unfassbar viel Zeit für Charakterentwicklung lässt.
    Langsam ists schon so weit, dass ich das Gefühl habe, das Buch besteht nur aus Charakterentwicklung...
    Die Mainstory hat gefühlt so nach etwa 10% des gesamten Buches einfach mal eine Pause gemacht, bis es jetzt bei etwa 60% ist. Erst jetzt gehts da mal wieder wirklich weiter.
    Aber es schafft dabei, doch irgendwie spannend zu sein. Eigentlich weniger spannend. Mehr... man will wissen wie es weiter geht.


    Die Hauptfigur ist dabei so ein bisserl ein Übermensch. Er kann halt einfach alles. IQ von 300+, musikalisch as fuck, fit as fuck, gutaussehend. Trotzdem hat ers nicht einfach.
    Interessant auch, dass es quasi 2 Handlungsebenen gibt (erkennt man auch unten in der Inhaltsangabe). Die eine im Jetzt, in der die Hauptfigur ein sagenumwobener Held ist der es einfach mal übelst drauf hat und das auch immer wieder mal kurz aufblitzen lässt, während er ansonsten sehr gechillt ist und sich massiv zurück hält - und die Vergangenheit, von der die Hauptfigur erzählt. Im Prinzip seine gesamte Lebensgeschichte.


    Das Ganze ist ein 3 Teiler - auf Deutsch mindestens ein 4 Teiler, weil der 2. Band aufgeteilt wurde. Der 3. ist noch nicht (auch nicht in USA) erschienen. Wird aber wohl sehnlichst erwartet...


    Die Wikipedia Inhaltsbeschriebung soweit gekürzt, bis es imho zu sehr Spoilerig wurde.
    Der Gastwirt Kote rettet einen Schreiber, der "Chronist" genannt wird, vor einem Angriff spinnenähnlicher Dämonen, genannt Skraels. Der Chronist findet heraus, dass es sich bei Kote in Wahrheit um den sagenumwobenen Helden Kvothe handelt, einen berühmten Musiker, Magier und Schwertkämpfer. Nach einigem Zögern gestattet Kvothe dem Chronisten, seine Lebensgeschichte aufzuschreiben. Die Erzählung soll drei Tage in Anspruch nehmen. (Wobei "Der name des Windes" den ersten Tag dieser Erzählung beschreibt, die nachfolgenden Bücher dann die 2 weiteren Tage - Anm. v. Melian)


    Kvothe beginnt die Erzählung mit seiner Kindheit als Edema Ruh, eine ethnische Gruppe fahrender Schauspieler und Musiker. Er ist extrem intelligent, gebildet und ein besonders begabter Lautenspieler und Sänger. Kvothe beobachtet, wie ein anderer Fahrender namens Abenthy sich durch Rufen des Windes gegen aufdringliche Wachen zur Wehr setzt. Da er den "Namen des Windes" selbst lernen will, lädt er diesen Arkanisten - einen Magier, der an der Universität ausgebildet wurde - ein, sich seiner Gruppe anzuschließen. Abenthy oder kurz Ben beginnt, Kvothe zu unterrichten: in "Botanik, Astronomie, Psychologie, Anatomie, Alchemie und Chemie", aber auch Geschichte und Arithmetik, und ihn mit der Sympathie, einer Form der Magie, vertraut zu machen. Einige Zeit später verlässt Ben jedoch die Truppe, um einer reichen und attraktiven Witwe den Hof zu machen. Kvothe hinterlässt er ein Buch mit einer Widmung, die dieser später als Empfehlung für die Universität nutzen kann.


    [...] die „Chandrian“, eine Gruppe mysteriöser Wesen [...] die Truppe überfallen und alle Truppenmitglieder ermorden. Kvothe selbst wird verschont, da er sich zur Tatzeit im Wald herumtreibt. Der Mord an seinen Eltern traumatisiert Kvothe, der zunächst im Wald Trost im Lautenspiel sucht, sich dann in die Hafenstadt Tarbean durchschlägt und dort drei Jahre als Straßenkind verbringt.


    EDIT:
    Achja, das hab ich noch nich erwähnt, aber man kanns sicher schon in der Zusammenfassung erkennen:
    Sämtliche Namen sind in dem Buch sehr gewöhnungsbedürftig. Auch sprachlich.
    Hauptfigur Kvothe - ausgesprochen quasi aber Quoth oder so ähnlich. Stadt Tarbean gesprochen mehr so Tabin.

  • Kann die beiden Bücher von Rothfuss auch nur wärmstens empfehlen.




    Star Wars: Tarkin
    Ist eins der neuen Bücher die auch offiziell zur Timeline zählen und gibt einen gut geschriebenen Einblick in den Charakter von Wilhuff Tarkin (bevor man mit dem lesen anfängt aber unbedingt nochmal ein paar Tarkin Szenen aus Episode 4 anschauen damit man die Stimme im Kopf hat). Das Buch offenbart einem auch mehr über das Imperium an sich (Machtverteilung, ein wenig politischen Hintergrund) und wie es nach Episode 3 weiterging.
    Kann es jedem Star Wars Fan nur empfehlen.


    Und wer ganz viel Zeit hat sollte sich auch mal die Expanse Reihe von James Corey anschauen (die grade laufende erste Staffel der Fernsehserie basiert auf dem ersten Buch). Bisher sind da 5 oder 6 Bücher erschienen und ein paar weitere sind noch geplant.

    "Ich bin kein Investor. Die Leute sagen mir immer, ich solle mein Geld für mich arbeiten lassen. Ich habe mich entschiede: ich arbeite - und lasse mein Geld stattdessen entspannen. Lässt man sein Geld für sich arbeiten wird es oft gefeuert." - Jerry Seinfeld
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