Die Mysterien des elektronischen Schreibens

  • Heyho,


    mir ist gerade mal wieder eine altbekannte Tatsache aufgefallen, bei der es mich interessieren würde wie ihr dazu steht:


    Nachdem ich in der letzten Woche 2 Seminararbeiten für die Uni schreiben musste und dementsprechend viel vor Word hing, wurde mir mal wieder klar, dass ein unglaublicher Unterscheid zwischen dem Lesen am Computer und dem Lesen eines auf Papier geschriebenen Textes besteht.
    Mir geht es jedesmal so, dass ich wenn ich einen Text schreibe, bei dem mir wichtig ist, dass er keine Fehler enthält - wie eben zB. eine Seminararbeit -, und diesen danach mehrfach korrekturlese, keine Fehler mehr finde. Drucke ich das Dokument dann aber aus, setze mich mit nem Stift davor und lese nocheinmal alles durch, dann kann ich sicher sein noch einiges zu finden.
    Das gleiche gilt im Übrigen in abgewandelter Form auch in Foren.
    Wenn ich hier einen Beitrag schreibe, und darauf achte, dass er eine ordentliche Form hat, richtig geschrieben ist, idealerweise auch nicht mit irgendwelchen irreführenden Formulierungen durchsetzt ist und ihn dann korrekturlese, finde ich meißt nicht allzu viele Fehler. Poste ich den Beitrag dann aber und lese ihn mir in der fertigen Version im Forum nochmal durch, finde ich immer noch was.


    Das komische ist also, dass der Unterscheid wohl nicht am Papier oder dem Monitor liegen kann. Es hat irgendwie mehr mit der nicht mehr editierbaren Version zu tun. Jedenfalls scheint mir da das Problem zu liegen.


    Geht euch das auch (manchmal/immer) so? Gibts dafür vielleicht eine sinnvolle Erklärung?

  • Wenn du nen Text relativ frisch geschrieben hast, gerade in Foren, hast du ja die Intention dahinter noch im Kopf was du womit sagen wolltest. Dann fallen schlechte Formulierungen zumindest denk ich mal deutlich weniger auf.


    Hab das Glück / Pech eine korrigierwütige Mutter zu haben, die - auch ungefragt - sowieso alle längeren Sachen wie Blogs und Bewerbungsanschreiben von mir Korrektur liest. Bin gespannt wie lang sie für meine Studienarbeit brauchen wird :)

  • Hehe, na das geht mir nicht so. Meine Mutter ist zwar Grundschullehrerein - die sollte das also können. Aber um ehrlich zu sein fragt sie mich öfter, wie man irgendwelche englischen Wörter oder so schreibt.
    Ich zwing das wenn dann immer meinem Vater auf, der ist Rentner und hat eh genug Zeit :P.
    Leider muss ich mir dann aber auch jedesmal anhören, dass dieses theoretische Gesülze was wir da in der Uni machen, totaler Blödsinn ist und dieses ewige Durchgekaue von Dingen, die man auf 1 Seite sagen kann, ausgedehnt auf 10 Seiten, das geht ihm auch auf die Nerven. Hat er ja auch recht. Aber nachdem meine Studienarbeiten bisher immer gut benotet wurden, weiss ich halt auch, dass die Professoren leider genau das wollen.

  • Ich kenn das Phänomen, geht mir ähnlich. Ich schreib morgen was dazu, im aktuellen Zustand geht da nix mehr. Aber willkomen in der Welt der Psych....äh ich meinte des Alk.....äh des G***, ach sowas in der Art. ::):

  • Ich kenne das nur sehr gut Melian.


    Bestes Beispiel ist bei mir momentan in der Schule, dort gibt es das tolle Fach Textverarbeitung. Das ganze Jahr ging nur um DIN-Norm, Serienbrief, Geschäftsbrief. Egal wie oft ich bei einem Test gegengelesen habe und ich mir verdammt sicher war, dass ich diesmal keine Tipfehler oder DIN-Fehler gemacht habe, zack BAM 1-2 Fehler haben sich doch eingeschlichen und meine Zensur geschmählert.


    Fazit: auf Papier lesen Top, Bildschirmlesen Flop.


    Wodran das liegt weiß ich leider auch nicht, aber ich bin sehr auf unseren Gilden Doc. gespannt, der uns mit Sicherheit in großer Ausführlichtkeit darüber informieren wird. :)

    "Gott hat das essen erschaffen und der Teufel das Würzen"
    "Ich seh Plastikfolie, viel Plastikfolie."