Just my two cents

  • Wann ist eigentlich die Commentsektion von heise.de so unfassbar wertbefreit geworden?
    Da kann man ja bei 500 Comments froh sein, wenn 5 dabei sind, die nicht einfach blos rumgetrolle sind.
    Schlimmer als bei spon...


    War schon immer so bei Heise. Alles voll mit autistischen Kellertrollen und Aluhüten. Für mich sind Kommentarbereiche im Internet zu 98% vom Prinzip her schon wertlos. Welchen Zweck sollen die erfüllen, Informationsgewinn? Sicher nicht. Dahin geht man, um "seine Meinung mal zu sagen", sprich zumzukacken und andere zu "überzeugen". Write-only.

  • Ich finde die total oft sehr interessant.
    Grade bei irgendwelchen Tests ists schon irgendwie ein Mehrwert, wenn der Tester das eine schreibt und drunter in den Comments drölf Leute einstimmig schreiben, dass das aus Gründen A, B und C totaler Unsinn (korrigiere, da steht dann meist "lol, Noob, keine Ahnung du hast, geh sterben") ist.
    Das erleichtert dann schon oft in dieser Richtung weiter nachzuforschen finde ich...


    Aber leider ist das meiste natürlich wirklich wertlos, das stimmt.
    Ich hatte nur bei heise.de bisher nicht das Gefühl, dass man nach den sinnvollen Kommentaren sooo krass mit der Lupe suchen musste.

  • Mir gehen immer ganz viele Gedanken durch den Kopf und eigentlich sollte ich gerade diesen Post mehr dafür nutzen die auch mal niederzuschreiben:
    Vor kurzem hat die Chefin der Jusos, das ist die Jugendorganisation der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), Angela Merkel für ihre Flüchtlingspolitik gelobt. Man darf natürlich von der Flüchtlingspolitik halten was man will (soll jetzt nicht das Thema sein) allerdings wurde die Vorsitzende direkt von allen Seiten aus der SPD in Stücke gerissen. Warum sollte man auch, gegen die Parteilinie, seine Meinung sagen dürfen? =/

    "Sutor, ne ultra crepidam!"


    11.07.2005 Brandir: "Mal einer dem ichs gönne ,) Alleine die 2 Minuten gestern im TS vor dem Turnier waren krank genug um zu sagen "das find ich gut das der hier bleibt ;) "


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  • Die SPD ist sowieso ein sehr trauriger Haufen, der die Kanzlerschaft von Schröder nie wirklich verdaut hat.Nach zwei GroKos unter Merkel wird da auf absehbare Zeit auch nichts mehr kommen. Aber mal explizit auf den Vorfall: Eigentlich sollte das viel mehr der CDU zu denken geben, da die Jusos traditionell deutlich idealistischer sind als die eigentliche SPD (trifft auf fast alle Jugendorganisationen der großen Parteien zu). Wenn dann Lob an die Chefin der großen Konkurrenzpartei kommt, heisst das doch Merkels Kurs ist wirklich mit JuSo-Idealen vereinbar. Sieht man ja auch an dem Gejammer von Seehofer und Co.

  • Die SPD ist sowieso ein sehr trauriger Haufen, der die Kanzlerschaft von Schröder nie wirklich verdaut hat.


    Wenn man vom Tag nach der verlorenen Wahl absieht, war diese Kanzlerschaft die Grundlage dafür, dass sich unsere Regierung heute auf dem wirtschaftlichen Erfolg ausruhen kann und diesen traurigerweise auch noch als ihren eigenen feiern kann.
    Noch trauriger ist nur, dass das sowohl ein großer Teil der Bevölkerung als vor allem auch der SPD selbst, nicht erkennt und damit der Ansicht ist, überhaupt etwas verdauen zu müssen...


    Nach zwei GroKos unter Merkel wird da auf absehbare Zeit auch nichts mehr kommen.


    Das ist in Wahrheit viel mehr das Problem der SPD. Mit Mitläufertum in den GroKos wird sich selbst durch Bedeutungslosigkeit abgeschafft.


    Merkels Kurs


    Wenn es denn einen gäbe.
    "Merkels Kurs" ist seit 10 Jahren zu reagieren und nicht zu regieren.
    Nur auf keinen Fall riskieren unpopuläre aber wichtige Entscheidungen zu treffen, bevor nicht auch der letzte im Land von allein gemerkt hat, dass es vielleicht wichtig sein könnte.
    Dem kurzfristigen Gewinn der Wirtschaft alles langfristige unterzuordnen und den Begriff "sozial" in "sozialer Marktwirtschaft", den Deutschland in der Welt geprägt hat, sukzessive abzuschaffen.
    Merkels Kurs ist es leider immer mehr einfach das zu machen, was die Wirtschaft - sprich Lobbyisten - gerne hätte. Da könnten wir uns auch gleich von Lobbyvereinigungen regieren lassen.
    Ob man das noch als "eigenen Kurs" bezeichnen kann... bleibt jedem selbst zu beurteilen.

  • Von Merkels unbestimmbaren Kurs mal abgesehen finde ich es auch sehr bemerkenswert das keiner der vielen Skandale/Fehltritte/Anfällen von Idiotie ihrer Minister an ihr selber hängen geblieben ist. Und da gab es in den letzten Jahren ja mehr als genug.

    "Ich bin kein Investor. Die Leute sagen mir immer, ich solle mein Geld für mich arbeiten lassen. Ich habe mich entschiede: ich arbeite - und lasse mein Geld stattdessen entspannen. Lässt man sein Geld für sich arbeiten wird es oft gefeuert." - Jerry Seinfeld
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  • Stimme 100% zu.


    Wie Helmut Schmidt auf die Frage ob Merkel eine gute Kanzlerin ist gesagt hat:
    "Sie ist eine gute Taktikerin" - "Heißt das, dass sie auch eine gute Kanzlerin ist?" - "Ich habe die Frage bereits beantwortet"

  • Ob sie dem alten Kettenraucher wohl noch schnell das Vertrauen ausgesprochen hat? :P

    "Ich bin kein Investor. Die Leute sagen mir immer, ich solle mein Geld für mich arbeiten lassen. Ich habe mich entschiede: ich arbeite - und lasse mein Geld stattdessen entspannen. Lässt man sein Geld für sich arbeiten wird es oft gefeuert." - Jerry Seinfeld
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  • Wo ich drüber nachdenke, war seine Antwort eher irgendwie "ich habe dem nichts hinzuzufügen" oder so.
    Muss ich mal raussuchen.
    Jedenfalls hatte er recht.


    Teflon Merkel ist definitiv eine gute Taktikerin. Aber dann kommt nicht mehr viel...

  • Das Problem ist aber doch nicht zwingend Merkel, das Problem ist die fehlende Alternative. Die anderen Parteien hatten jetzt 10 Jahre Zeit, allen vorran die SPD, mal einen Konkurrenten aufzubauen. Eine Bundestagswahl ist am Ende, nämlich doch auch eine Wahl des Kanzlerkandidaten. Wenn ich mir angucke, wen man da zur "Wahl" hat... Gabriel, Steinmeier, Nahles ? Sirously ?!
    Es muss doch möglich sein, eine intelligente charismatische Persönlichkeit zu finden die man aufbauen kann.
    Ohne seinen ergaunerten Dr. wäre Karl Theodor vermutlich irgendwann unser neuer Kanzler geworden. Der hat es einfach geschafft die Medien für sich einzusetzen.
    Ich weis das ist alles sehr platt und nicht auf Inhalte bezogen, aber ich glaube das das mittlerweile fast wichtiger ist. Die Parteien der Mitte , SPD, CDU,Grüne sind sich sowieso in ihrer Agenda sehr ähnlich und meist nur in Einzelthemen wirklich unterschiedlicher Meinung. Und außerdem seien wir mal ehrlich wie viel der Wahlberechtigten setzt sich wirklich mit den Parteien auseinander ? Wie oben bereits gesagt am Ende wird nach "Köpfen" gewählt.



    Zu Merkel: Sie ist eine hervorragende Taktikerin in allen Bereichen. In der Partei hat sie alle abgeschoßen die ihr Linie nicht mitgehen wollten und ansonsten besetzt sie geschickt Themen der anderen Parteien oder hält sich innenpolitisch ganz heraus.
    Die Flüchtlingspolitik ist doch das Beste beispiel. Das "Wir schaffen das" hat quasi jegliche Kritik von Links der CDU im keim erstickt.

  • Das Problem ist aber doch nicht zwingend Merkel


    Doch!


    das Problem ist die fehlende Alternative.


    Trotz meinem "doch!" ist das natürlich leider trotzdem richtig, ja.



    Zu Merkel: Sie ist eine hervorragende Taktikerin in allen Bereichen. In der Partei hat sie alle abgeschoßen die ihr Linie nicht mitgehen wollten und ansonsten besetzt sie geschickt Themen der anderen Parteien oder hält sich innenpolitisch ganz heraus.
    Die Flüchtlingspolitik ist doch das Beste beispiel. Das "Wir schaffen das" hat quasi jegliche Kritik von Links der CDU im keim erstickt.


    Traurig aber wahr.
    Die Tatsache, dass in Syrien seit Jahren Bürgerkrieg herrscht (*) und Menschen dort in Scharen fliehen überhaupt nicht unerwartet ist. Diese Menschen der Reihe nach durch halb Europa von einem Land ins nächste geflohen sind, bis das jeweilige Land "voll" war und uns "immer näher gekommen sind" und unsere Regierung allen Ernstes überrascht davon war, als die plötzlich vor unseren Grenzen standen, ist imho eine Versinnbildlichung der Tatsache, dass "Merkel" nicht regiert, sondern reagiert.
    Denn das DARF einen als Regierung einfach nicht überraschen, wenn man etwas vorausschauend Europapolitik betreibt.
    Hat man aber nicht. Da war man offensichtlich viel zu sehr damit beschäftigt sich als "strenge Mama Merkel" mit ... sagen wir mal "umstrittener" Finanzpolitik zu profilieren.


    Dass sie es dann auch noch schafft nach diesem Totalversagen einen Gewinn aus ihrer Flüchtlingspolitik zu schlagen, das nötigt mir trotz aller Abneigung tatsächlich Respekt ab.


    (*)woran wir maßgeblich Mitschuld tragen - aber das nur nebenbei

  • Natürlich ist Merkel auch ein großes Problem, das ist falsch rüber gekommen von mir :P


    Wobei ich auch mal sagen muss, ganz so schlimm ist sie nun mal auch nicht. Sie (ihre Regierung) hat es als eine der wenigen in Europa geschafft durch die Wirtschaftskrise sogar irgendwo gestärkt herauszugehen. Ja das sind auch teils fremde Lorbeeren und es ist alles nicht so doll wie es vielleicht sein könnte(oder erscheint). Aber es ist auch nicht so schlimm, wie einige tun oder es anderswo in vergleichbaren Volkswirtschaften ist.
    Aber das sollte nur so dazwischen.


    Man bräuchte meiner Meinung dringend frischen Wind und vor allem ein tragfähiges Konzept für die Zukunft: Generationenvertrag ?! Stärkung des Sozialstaats ?! Bessere Geldverteilung ?! Stärkung des oder Wiederbelebung des Mittelstands ?! Kommunalfinanzen ?! Marode Infrastruktur ?! Irsinn in der Forschungs- und Unipolitik ?! Sozialwohnungsnot ?! Chancengleichheit in Bildung für Kinder aller "Schichten" ?! Verhinderung von Gettoisierung in Großstädten auch im Zusammenhang mit Integrationpolitik ?! Energiewende ?! Bundeswehr - Identität und Ausrüstung ?!
    Ich könnte noch lange weiter machen... Das sind alles Themen die uns bereits seit geraumer Zeit eigentlich beschäftigen sollten bzw. vor allem die Politiker. Aber da wird meist nur verschlimbessert oder geschwiegen.
    Aber ich sehe zur Zeit einfach niemanden der uns befreit oder auch nur ein paar der offenen Themen/Fragen endlich löst oder beantwortet.
    Gehen wir doch mal die Parteien durch:


    CDU - Solang Merkel nicht abtritt bleibt sie und ihr könnte vllt Ursula mal folgen - da sehe ich jetzt nun mal keine Verbesserung -.-


    SPD - siehe oben...


    Grüne - Tatsächlich ist der Cem Özdemir mir ganz sympatisch seit ich ihn letztens beim Böhmermann gesehen habe, nur glaube ich nicht daran das er wirklich mal Kanzler werden könnte. Vllt könnten die Grünen aber als möglicher Koalitionspartner mal etwas Bewegung bringen. Auch wenn, wie oben erwähnt, die Unterschiede doch marginal scheinen.


    Linke - Ehm ja wollen die überhaupt regieren ? Glaub eher an polternde Opposition. Dabei ist Gysi(bald hört ja auf) einer der besten Redner und Politiker die wir haben, nur seine Positionen bzw Partei sehe ich als eher so semioptimal an. Dann gibts da noch Frau Wagenknecht - ehm ja ne...


    FDP - Hängt noch am Defi - Lindner hat im NRW Landtag ein paar nette Reden gehalten, und die Damen sehen ganz nett aus. Aber ihnen hängt halt immer noch die letzte Regierungsbeteiligung wie ein Mühlstein am Hals. Zum anderen halte ich diese Partei auch nicht mehr im heutigen Sinne als Liberale, aber das ist ein anderes Thema


    AfD - wird hoffentlich nie in Regierungsverantwortung kommen und ist spätestens seit dem "putsch" auf dem Parteitag in Essen, mindestens mal rechts offen, ich würde aber einfach sagen: Sie ist eine rechtspopulistische Partei die Ängste und ressentiments schürt.


    CSU - Hat sich, spätestens seit dem ein Flüchtling nach dem anderen sich versucht nach Deutschland retten, ganz knapp links der AFD gemütlich gemacht. Hat sich aber und ihre Politiker aber schon vorher durch Mautpläne oder aktuell Kopftuchverbote lächerlich gemacht.


    :( traurig aber so siehts meiner Meinung zur Zeit aus.
    Da die SPD mittlerweile soweit von ihren Grundwerten abgerückt ist und sich so oft verbogen hat, fehlt mir bspw. eine echte Alternative die etwas weiter links der CDU liegt, allerdings im Realpolitischen Bereich und nicht irgendwelche die insgeheim den Kommunismus wollen.

  • Wobei ich auch mal sagen muss, ganz so schlimm ist sie nun mal auch nicht. Sie (ihre Regierung) hat es als eine der wenigen in Europa geschafft durch die Wirtschaftskrise sogar irgendwo gestärkt herauszugehen. Ja das sind auch teils fremde Lorbeeren und es ist alles nicht so doll wie es vielleicht sein könnte(oder erscheint). Aber es ist auch nicht so schlimm, wie einige tun oder es anderswo in vergleichbaren Volkswirtschaften ist.


    Das sind nahezu ausschließlich fremde Lorbeeren. In erster Linie ist das der Verdienst der "Agenda 2010".
    Was maßgeblich daran liegt, dass die Agenda 2010 eigentlich ein totales Unions Thema (sprich ein "unsoziales" wirtschaftsförderndes) gewesen wäre und schon vor 1998 umgesetzt hätte werden müssen. Nachdem die Kohlregierung sich aber in erster Linie auch durch taktisches Nichtstun ausgezeichnet hat, ist so eine Aufgabe dann an einer SPD Regierung hängengeblieben, die damit natürlich irgendwo ihre Ideale verraten musste.
    Im Gegensatz zu Merkel hat man da aber unangenehme Entscheidungen einfach auch getroffen, weil sie nötig waren und nicht den Kopf eingezogen weil das ja Wählerstimmen kosten könnte.
    Als Resultat des ganzen hat man sich halt dann selbst zerlegt.
    Dann kam Merkel und kann sich schön als Retterin des Abendlandes feiern lassen weil "ihre Politik" ja durch die Wirtschaftskriese geführt hat. Na wunderbar. Was hat sie denn in der Wirtschaftskriese entschieden? Die Abwrackprämie. Und sonst? Irgnedwas an echten Reformen, oder vor allem einfach abgewartet, bis sich alles von allein erholt hat?
    Da doch eher letzteres. Die Grundlage dafür, dass letzteres bei uns funktioniert hat und in anderen Ländern nicht, war aber eben das Werk der Schröderregierung...


    Aber du hast natürlich recht, mit deinen Alternativen. Ich denke zwar, das vieles besser wäre als Merkel, aber einen realistischen Gegenkandidaten gibt es schlicht nicht. Wenn ich mir Gabriel als jetzige SPD Spitze anschaue, bin ich auch froh drum.
    Der Typ geht ja mal gar nicht. Steinbrück hätte vielleicht noch was werden können, wenn er nicht von einem Fettnäpfchen ins nächste gesprungen wäre.
    Insgesamt muss man zur Zeit einfach konstatieren, dass sich die SPD nach Schröder selbst zerschossen hat und inzwischen kaum besser ist als die Union.


    CSU war immer schon ein sehr dubioser Haufen (hallo, ich bin Bayer und sage das), aus dessen Reihen man sowieso lieber keinen Kanzler wollen sollte. FDP ist für mich inhaltlich teilweise akzeptabel, hat aber eine erste Reihe, die seit ich aktiv politische Themen konsumiere aus Witzfiguren besteht. Und die Grünen sind inzwischen auch nicht mehr das, was sie zu Fischers Zeiten waren.


    Die ganzen anderen Parteien sind ja sowieso meilenweit von jeder Regierungsbeteiligung entfernt.


    Ich stelle fest, dass ich deine Ansichten über die einzelnen Parteien eigentlich (vielleicht bis auf die Wagenknecht, die ich so schlimm gar nicht finde) durch die Bank so unterschreiben könnte.

  • +1 zu euren Bestandsaufnahmen.



    Wobei man bei Merkel noch dazusagen sollte das es uns auch deshalb so gut geht weil sie und Schäuble Griechenland und die anderen Südeuropäer (Die man niemals in den Euro hätte aufnehmen dürfen, aber das ist ne andere Geschichte) so hart vor die Wand gefahren haben (nur um ihnen dann noch ein paar Kredite zum Uboot kaufen zu geben)


    Und zu den Themen die seit Jahren ausgesessen werden kommt noch ein wichtiges dazu: Steuerreform. Unsere Regierung wurde mal vor Jahren dazu verurteilt unsere komplette Steuergesetzgebung wieder so zu gestalten das man sie auch ohne 4 Jahre Studium wieder verstehen und befolgen kann.

    "Ich bin kein Investor. Die Leute sagen mir immer, ich solle mein Geld für mich arbeiten lassen. Ich habe mich entschiede: ich arbeite - und lasse mein Geld stattdessen entspannen. Lässt man sein Geld für sich arbeiten wird es oft gefeuert." - Jerry Seinfeld
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  • *)woran wir maßgeblich Mitschuld tragen - aber das nur nebenbei


    Hast du da Belege zu? Ich möchte dich damit jetzt nicht herausfordern, höre das Argument in letzter Zeit nur immer wieder und kann es mir nicht so ganz erklären. Reden wir hier ausschließlich von Rüstungsexporten?

    "Sutor, ne ultra crepidam!"


    11.07.2005 Brandir: "Mal einer dem ichs gönne ,) Alleine die 2 Minuten gestern im TS vor dem Turnier waren krank genug um zu sagen "das find ich gut das der hier bleibt ;) "


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  • *)woran wir maßgeblich Mitschuld tragen - aber das nur nebenbei


    Hast du da Belege zu? Ich möchte dich damit jetzt nicht herausfordern, höre das Argument in letzter Zeit nur immer wieder und kann es mir nicht so ganz erklären. Reden wir hier ausschließlich von Rüstungsexporten?


    Rüstungsexporte sind wohl fast das geringste Problem. Bevor ich antworte: Wie weit zurück in die Vergangenheit soll die Antwort gehen um die Schuld von uns ( Das verstehe ich jetzt mal als EU+USA) darzulegen.
    Nur um mal ein paar Themen zu nennen: Kolonialismus, Ausbeutung der Länder und deren Menschen (u.a. von Bodenschätzen), 3. Golfkrieg, verhalten nach dem Ende des Kriegs., Duldung der Außenpolitik der Türkei und der Golfstaaten Dronenkrieg, Wirtschaftliche Unterdrückung, siehe bspw EPA - Abkommen(auch wenn das nicht Syrien betrifft soll nur als Bsp dienen). Jahrzehntelanges unterstützen von Despoten um eigene Interessen zu wahren. etc etc etc

  • Ein einfacher Bezug würde mir da schon reichen. Warum "wir Deutschen" aktuell z.B. für den Völkermord in Syrien verantwortlich sein sollen weil Bismark um ~ 1885 seine Kolonialpolitik in Afrika vorangetrieben hat mag sich mir nicht ganz erschließen.

    "Sutor, ne ultra crepidam!"


    11.07.2005 Brandir: "Mal einer dem ichs gönne ,) Alleine die 2 Minuten gestern im TS vor dem Turnier waren krank genug um zu sagen "das find ich gut das der hier bleibt ;) "


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  • Weil wir(*) Rebellengruppen mit Waffenlieferungen und Ausbildung unterstützen, deren Ziel es ist eine funktionierende Regierung zu stürzen, ohne dass uns dazu irgendeine berechtigte Organisation legitimiert hätte und das einzig und allein, weil wir uns einbilden ein Recht zu haben unser politisches System anderen aufdrücken zu dürfen, womit wir letztendlich wiederum regierungsfreies, staatenloses Land schaffen, welches die Grundlage für Organisationen wie IS ist.


    (*) womit ich übrigens ebenfalls EU und USA meine. Wir tragen ja alles mit ohne zu mucken, wenn wir es nicht sogar selbst machen.

  • Nur um mal ein paar Themen zu nennen: Kolonialismus, Ausbeutung der Länder und deren Menschen (u.a. von Bodenschätzen), 3. Golfkrieg


    In einem gedachten Kolonisierungswettbewerb hätten die Deutschen doch nur eine Teilnehmerurkunde bekommen. Selbst wenn man auch noch die USA in ein "wir" mit einbezieht, muss man doch schon SEHR kreativ sein, um den Kolonialismus mit dem Bürgerkrieg in Syrien zu verbinden. Wo waren denn da "unsere" Kolonien?
    Und beim 3. Golfkrieg die USA in ein "wir" mit einzubeziehen finde ich auch mal weit hergeholt, wenn Deutschland deutlich dagegen war und offiziell nicht teilgenommen hat.


    Warum soll Deutschland für den Kram, den die USA macht, verantwortlich sein? Was ist mit Operation Ajax, Unterstützung der Baath-Partei, 3. Golfkrieg? Besonders, wenn du Rüstungsexporte ausklammerst, was hätte Deutschland anders tun sollen, um die heutige Situation zu vermeiden? Wenn Deutschland nicht existieren würde und hier stattdessen Wüste wäre, dann wäre das Ergebnis das gleiche. Würden die USA nicht existieren, hätte obige Ereignisse schlicht und ergreifend nicht stattgefunden und die Verhältnisse da würden heute weiss-der-Geier-wie aussehen. Das widerspricht meiner Auffassung von "maßgeblich Mitschuld"