An anderer Stelle hatten wir (erneut) über Grafikkarten gesprochen. Ich hatte dabei auf ein Asus Modell hingewiesen, das mir positiv aufgefallen ist. Dabei geht es weniger um die Frage der Karte darunter, Asus verwendet für AMD / nVidia die selben Kühllösungen.
Das ist das Ausgangsmaterial, um das es hier geht:
Ich habe letztes Jahr davon einige Varianten durchgetested. Und eine ist dann in meinem Rechner "hängengeblieben". Ursprünglich kam die Empfehlung für diese Modelle aus einem OC-Forum (auch weil nahezu alle Asus Karten auf 6970 flashbar sind). Diese wurden als extrem leise beschrieben und die Kühllösung sollte große Mengen Abwärme bewältigen können.
Ich hatte früher selten Asus als Grafikkartenhersteller ernst genommen. Ein Fehler wie sich zeigte.
Die Umsetzung der Kühlung ist tatsächlich überzeugend - zumindest im Vergleich zu vielen anderen Herstellerlösungen, von Referenz spreche ich gar nicht, die ist viel zu laut und völlig inakzeptabel in meinen Augen.
In der Vergangenheit hatle ich bei allen Gra-Karten die mitgelieferten Kühlkörper/-Lüfter durch vernünftige (meist von Thermalright) ersetzt. Das ist allerdings nicht nur kostspielig (40-60 € Kühler + 20 € Lüfter), die nehmen (zusammen mit Lüfter) auch sehr viel Platz ein und sind nicht immer trivial zu verbauen. Dafür hat man mit diesen meist die Möglichkeit, die Hitze der GPU mit den Heatpipes gezielt "auf die andere Seite" zu bringen und besser in den Luftstrom um die CPU einzubringen.
Dazu zwei Bilder die verdeutlichen was ich mit den unterschiedlichen Arten des Einbauens meine:
Einmal "so rum" verbaut, dass die Hitze der GPU "nach oben" umgeleitet wird:
und dann die umgekehrte Richtung der Abwärme - wie es auch der klassischen Anordnung entspricht:
Der
Thermaright HR-0x war lange Zeit das Optimum auf dem Markt. Da hat sich aber einiges getan, z.B. der ganz frische "
Alpenföhn Peter"
Zurück zur Asus-Karte bzw. deren Kühl-Lösung.
Ich war zwar angetan von der soliden Umsetzung der Karte und deren Kühllösung. Und ja, für eine Lösung die man auspacken und einbauen kann ist das Ergebnis beachtlich. Wenn man allerdings seinen PC auf sehr leise bis unhörbar getrimmt hat, dann produziert die immer noch einen deutlich warnehmbaren Geräuschpegel. Auch hat mich die integrierte Lüftersteuerung der Karte hochgradig genervt, die bei jedem Spiel oder Film sofort hochdreht.
In der Folge habe ich einige unterschiedliche Varianten mit mehreren Kühlkörpern/Lüftern von Fremdherstellern durchprobiert. Am Ende, war ich selbst etwas überrascht, das die von Asus gelieferten simplen Basiskühlkörpern einen recht guten Job tun. Es galt also die Lüfter ruhig zu stellen und deren Steuerung deutlich zu verbessern - und sich daran zu erfreuen, dass man nicht für einen zusätzlichen Kühler Geld ausgeben muss.
Die Odyssee der verschiedenen Hardware und Software Lösungen die ich im Verlauf probierte möchte ich Euch ersparen und nur die am Ende erfreulich simple Methode vorstellen, die ich gewählt habe, um die Ansprüche an Ruhe und Leistung bei Bedarf umzusetzen.
Am Ende durchgesetzt hat sich
- die Montage von zwei Noctua 92mm Lüftern direkt auf die Kühlkörper
- Steuerung der Lüfter nicht über die Karte, sondern über meine Lüferregelung die ohnehin bei mir alle Lüfter im Gehäuse regelt
Zunächst der Ersatz der Originale, eigentlich sehr solide gebaut und vor allem der Rahmen und die massive Ausgestaltung überzeugen sehr - wären sie im Ergebnis nur etwas leiser....
Diese also abgebaut und einfach zwei der schweinswürstchenfarbenen Lüfter von Noctua aus dem Ösi-Land darauf montiert. Diese nerven zwar durch ihr Aussehen (und den Preis), sind aber in overal-Performance für reale Anwendung in leisen Systemen meines Erachtens ziemlich ungeschlagen. Das ist aber Thema für ein anderes Mal. Also je nach Gusto Lüfter aussuchen und diese schwingunsentkoppelt und möglichst Luftanpressdruckoptimiert montieren. Das war hier bei dem einem erstaunlich einfach bei dem anderen etwas verzwickt. Erstmal das Endergebnis:
Warum die nicht saugend angebracht sind ist eine andere Geschichte. Theoretisch wollte ich gar nicht wahr haben wollen, dass das vernünftig funkionieren kann, ist doch das Luftsrom-management dadurch ziemlich korrumpiert. Die Realität zeigt dann, dass das Ergebnis erstaunlich gut ist und auch mit dem rest harmoniert... was zwar gegen jede Logik spricht aber ich erstmal so hinnehme und bei Gelegenheit versuche zu verstehen.
Bei dem linken Lüfter ist gut zu erkennen, dass ich einfach Gummi-Entkopplungs-Pröpel (keine Ahnung wie die richtig heißen) etwas abgeschnitten und die Enden einfach zwischen die Rippen des Alu-Kühlkörppers geklemmt habe. Einfach und effektiv. Darüber werden alle Schwingungen eleminiert und es ist auch ein guter Abstand zwischen Kühler und Lüfter - was sich positiv auf die Strömungsgeräusche durch die Luft auswirkt, mir erschien der Anpressdruck der kühlenden Luft sonst zu hoch... kann man aber halten wie ein Dachdecker, solange man sich keine Geräusche oder andere negativen Punkte einhandelt.
Bei dem rechten Lüfter war der Weg recht lang und etwas steinig, diesen optimal entkoppelt zu befestigen. Dieser sollte möglichst nah am Kühler montiert sein, damit der Anpressdruck so gestaltet werden konnte, dass die Luft wirklich durch die Finnen strömt und die daunter liegenden Spannungswandler ausreichend mit kühlt. Mit Gummiabstandshaltern war das nicht zu realisieren. Direkt auf dem Kühler erzeugte ein Vibrationsgeräusch und leider kam die elegante Lösung des beidseitig klebenden
Tesa Powerstrips, das ich sehr gerne für solche Situationen heranziehe, nicht mit der entstehende Hitze zurecht. Man kann zwar wunderbar mit zurechtgeschnittenen schmalen Streifen Powerstrips den Lüfter direkt auf die Finnen den Kühlers kleben. Das hält problemlos auf auch dem Kopf und durch die geniale Möglichkeit die Strips einfach durch "langziehen" zu entfernen, bleibt auch nichts zwischen den Finnen kleben, sollte man etwas abbauen wollen. Leider beeinträchtigt die entstehene Wärme die Haltefähigkeit der Strips, so dass der Lüfter im laufenden Betrieb mir mehrmals abgefallen ist. Unschön.
Daher die Befestigung am Ende einfach mit Kabelbindern realisiert und die vorhandenen zugeschnittenen Streifen der Powerstrips zur Entkopplung darunter geklebt. Dazu kann man genauso gut (wenn nicht besser) weiche Silikonstreifen nehmen, die ich aber immer nur schwer im Handel finde.
Das Ergebnis kommt jedenfalls hervorragend mit der Hitzeentwicklung der Karte zurecht und fördert problemlos die Energie von 50-200W mit Lüftern auf der kleinsten Stufe (5V) ab. Die GPU wird dabei maximal ~80 grad warm (Regelbereich ist 45-75), was für dieses Modell völlig im grünen Bereich ist (bis 100 ist ok und normal). Drehe ich die Lüfter höher (7-15V), wobei man sie dann etwas hört, bleibt die GPU und der Rest (unter Last) um die ~60 Grad. Da ich nicht gerne etwas höre, lasse ich die GPU lieber etwas schwitzen :)
Letzter Punkt die Lüftersteuerung.
Auch hieraus kann man eine Wissenschaft machen. Über die Jahre bin ich bei simplen Lösungen über Drehpoti und (zu)schaltbaren Lüftern gekommen. Wenn man sich diverse "
Fan-Contols" anschaut, sieht man eine erfeuliche Breite in den angebotenen Lösungen für schmales Geld.
Ich würde eher simple Varinten, mit passiven Potis empfehlen, als die High-Tec Anlage mit Display aber da soll sich jeder selber austoben. Gute Lüfter laufen auch mit 5 V und brauchen keine "getakteten 12V" oder "12v zum Anlaufen" etc.... anderes Thema.
Im Prinzip funktionieren die alle wie der Ur-vater (der auch bei mir noch in irgend einer Kiste verstaubt):
http://www.pc-cooling.de/Low-Noise+PC/Fa…2+-+silber.html
Empfehlen würde ich zu solchen Fan-Controls lediglich:
- man sollte mindestens aber besser mehr als vier kanäle ansteuern können - vier sind früher oder später oft knapp, 4-6 oder 4+2 halte ich für sinnvoll
- mit "+2" sind zwei zuschaltbaren Lüfter gemeint. das ist schwer zu finden aber extrem praktisch, da man so simpel für hohe Anforderungen einfach zusätzliche Lüfter aktivieren kann, die man im Regelbetrieb nicht braucht
- man übersieht leicht, dass die Regelung von 5v-12v heißt, dass diese immer an sind (wenn das so verbaut ist), dass kann Nachteile haben (s.o.) - findet man also eine Steuerung, die nicht nur die Kanäle (über poti) regeln sondern auch komplett ausschalten kann, ist das Ideal (habe das bisher nicht gefunden)
- eine Indikation der Regelung (wie schnell, an/aus) über LED oder sonstwie ist empfehlenswert - diese sollten aber nicht zu grell ausfallen wenn man im Dunkeln spielt und die Front des Rechners im Betrieb sehen kann - die können schon mal blenden und mit Flackern unangenehm ablenken
Bei mir sieht das so aus (nicht schön aber funktioniert)
Fazit:
Ich hoffe ich konnte ein paar Informationen rüber bringen und eventuell auch etwas Apettit für eigene Versuche machen. Der beschriebene Umbau ist jedenfalls einfach und die Resultate überzeugen. Ich bin sehr pingelig was die Geräuschentwicklung im PC angeht und mit dieser Lösung recht zufrieden. Selbst mit Wasser wäre ich kaum leiser geworden - der Radiator braucht nunmal auch Lüfter. Einzig hart Übertackten ist mit dieser Lösung limitiert. Dafür ist die aktuelle Luftführung einfach nicht optimal (die Hitze ist zu lange im Gehäuse).
Ich kann recht problemlos die GPU ~15-20% übertackten, mache das aber wegen der Hitzeentwicklung kaum, auch weil einfach nicht nötig. Die 6970 hat Power satt. Da liegt aber noch Verbesserungspotential. Mit Wasser käme man in ganz andere Regionen, die dann aber auch 250-350W auf der Grafikkarte erzeugen würden. Das geht mir zu weit und ich wüsste aktuell gar nicht wozu. Wenn man eine einsetzt, ist so ein "
combined GPU/RAM/VRM-cooler" ein Traum, da er alle Problemstellen auf der Karte gleichzeitig effektiv abdeckt.
Ich wünsche viel Spaß bei eventuellen eigenen Versuchen (*auf-Yamii-schiel*)