poexel aka Ich besitze einen Account im studiVZ. Vor knapp 5 Jahren habe ich einen Facebook Account erstellt, den ich allerdings vor 3 Jahren mit einigen E-Mails unwiderruflich ausgelöscht habe (im Jahr 2008).
Grundsätzlich ist diese ganze Datenschutz Debatte mittlerweile lahm - lahm fast so wie der FC Bayern mit Lahm und Co. heute gespielte hat. Jeder weiß, dass Facebook einen Scheiss auf Datenschutz gibt und obendrauf mit dem Verkauf bzw. der Nutzung dieser Daten ein Teil des Umsatzes macht.
Das alles ist nichts Neues und zum Teil einschränkbar. Facebook erleichert den Kontakt mit Freunden und Menschen, die entweder weit entfernt wohnen oder im Urlaub sind. Richtig. Die meiste Kommunikation á la "heute abend bei XY ab 21uhr", hier und dort gibts Freikarten für "mega gig im XY" oder heut maln chilligen "DVD und Singstar Abend bei XY" ist praktisch, weil sie direkt ist. Richtig. Keine Zeitverschiebung und kein einzelner Empfänger. Richtig. Jeder weiß wann und wo mit wem was geht. Richtig. Die guten alten W-Fragen....
Weiter in der Social Network Jubelei: Man lernt jemanden kennen auf einer Party, tauscht Kontaktdaten aus, es folgt "jooo ich adde dich". Man hat gewisse Personen vergessen, schreibt sich dennoch in großzügigen Abständen, ausgedruckt wären es wohl 100 bis 150 DIN4 Seiten. Alles praktisch, dennoch genauso möglich mit der guten alten "E-Mail".
Nun zur Anderen und realistischen Seite. Wie groß ist der reale Freundeskreis? 30, 40, 50 oder 60+ Leute? Wie groß der bei Facebook 50, 100, 300, 500+ Leute? Welche von diesen Leuten würdest du bei deiner Beerdigung in engstem Kreis haben wollen? Da werden aus den 500 schnell mal 60 bzw. 30 wenn nicht weniger. Punkt 1 sollte klar sein, ein realer Freundeskreis ist für das eigene Leben wichtiger als ein kümmerlicher verkorkster Rest.
Punkt 2: Ohne Facebook würde jegliche Absprache zusammenbrechen. Jeder Freundeskreis hat einen inoffiziellen Verteiler. Damit meine ich eine Person, die auch wenn man selber geografisch oder geistig abwesend ist, weiß wann/wo/was geht. Aktuelle Handy Tarife haben meistens SMS und Tel. Flat. Kein Problem.
Punkt 3: Ich persönlich empfand es schon immer schöner, wenn man von einer Freundin/einem Freund ausm Urlaub im Nachhinein beim guten Bier oder Wein erzählt bekommen hat, was so alles passiert ist und man sich bei manchen Geschichten Bauchkrämpfe lachen konnte, die einfach unmöglich gewesen wären, wenn man nur das aktuelle Bild auf Facebook gesehen hat und weiter ein kurzer Text. "Ah hey Willkommen zurück, .....ah du meinst dieses Photo? Jo auf FB gesehen, ganz lustig." Buuh...
Punkt 4: Facebook und Co. verdummen und machen abhängig. Immer wieder witzig ob in der Projektarbeit, im Seminar, in der Bibliothek oder in der Vorlesung. Überall - vor und hinter einem - findet man Leute, die nichts anderes machen als alle 5min studiVZ, Facebook oder Hyves (FB in Holland) zu checken. Ich empfinde immer wieder ein wenig Mitleid.
Und natürlich abschließend behindert, verstört, verkappt und zerfickt diese Art von Kommunikation jegliches menschliches kommunikatives Verhalten. Wers machen will und denkt es machen zu wollen, solls machen, no offense und kein Mitleid.
Dazu sollte man vll. nicht allzu sehr auf populär(wissenschaftliche) Informationen vertrauen, denn á la öh mein Chef googled und Facebooked mich, ist im Endeffekt und statistischt eine große Farce.
Achja falls einem mein wirrer Gedankengang zu bescheuert und unverständlich war, ich bin dagegen.
Die Menschheit ist bisher ohne ausgekommen und kann es auch weiterhin, wenn nicht weiterhin dumme, bescheuerte, naive und nicht gebildete Menschen "Jawoll" sagen.
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »poexel« (27.02.2011, 13:55)