Weil ich grade in der Stimmung dazu bin, muss ich hier mal Dampf ablassen über akute Facebook-Schuchtelei.
Mark Zuckerberg
Founder and CEO bei Facebook
4 Freunde haben die Aktualisierungen dieser Person abonniert.
Wer Zuckerberg abonniert, der steht auch auf Sascha Lobo. Und steht auf Kreiswixen mit Stevinho. Und hat Fefe-Bettwäsche. Und lässt sich demnächst eine Ossi Urchs-Gedächtnisfrisur wachsen. Was sollndas? "Hey, den Kerl zeichnet aus, dass er ne Idee umgesetzt und zu Geld gemacht hat. Lass einfach mal alles von ihm lesen, vielleicht fällt was für mich ab"?
Schaun wir mal rein, womit denn der gute Zuckerberg das Webnerd-Leben so bereichert. Ein Foto von einem generischen weißen Hund. 237.073 Personen gefällt das. BITCH, PLEASE. Es ist ein verkackter weißer Hund. Wenn das Leben ein Mathematikbuch wäre, dann wär ein Bild von einem Hund vielleicht was besonderes, aber wir sind hier auf Facebook - direkt neben You"Katzenvideo"tube. Hier weiß jeder, wie weiße Hunde aussehen. Man kennt sie als Hundebaby, als alte "quasi-schon-tot"-Hunde und von Gore-Seiten als Hund-im-Mixer.gif
Kann man bitte mal "gefällt das" sinnvoll einsetzen? Mein Vorschlag wäre, dass man es bei Dingen benutzt, die einem wirklich gefallen. "xy säuft sich heute die Hucke voll" -> 19 Personen gefällt das. YAY GEIL. Vielleicht kann man sich drauf einigen, dass elementare Triebbefriedigungen wie Saufen, Essen, Ficken, Schlafen und Furzen im Grunde jedem gefällt und der Informationsgehalt - wir Informatiker nennen das so und können den "Information Gain" im Grunde exakt berechnen - gegen null geht?
Ich spreche hier bewusst nicht von sogenannten "trivialen Statusmeldungen" ala "Alter, ich hab grade eine Bleiwurst gepresst, die hat Kratzer ins Porzellan gerissen", gegen die die anachronistischen Anti-Web-Retros gerne wettern. Jungs, sowas ist literarische Alltagskunst. Das bewusste Publizieren von ordinären Kleinigkeiten ist eine Kampfansage gegen das bierernste Fotografieren seines Kartoffelpürees mit digitaler Spiegelreflexkamera und Sepia-Filter.
Es geht hier ums Unsinns-"liken".
Wo wir grade beim "liken" sind: Ich kenne jemanden, der likt gerne seine eigenen Statusmeldungen. Mit zwei Accounts. Als einziger.
Bitte, macht sowas nicht nach. Das ist MEIN Blutdruck, der drunter leidet.
Am Ende haben wir noch jemanden, der als Deutscher grundsätzlich Beiträge auf englisch verfasst. Auch als Antwort auf Fotos mit deutschem Textinhalt und 50 deutschen Kommentaren. Im Kontext der anderen deutschen Kommentare. Erklär mir das mal jemand. Nur weil man im Suff auf Malle jemanden geaddet hat, der kein Deutsch kann, muss man ja wohl nicht plötzlich den Rest seines Onlinelebens international verbringen, oder? Ich verzichte ja auch nicht auf zynische Kommentare, nur weil in meiner Leserschaft jemand nicht aller Sprachmittel mächtig ist oder einen anderen Humor hat.
So, das wars. Weiterblättern. Hier gibt es nichts zu sehen.